Die Industriegeschichte um Schönebeck Die Stadt Schönebeck und das Umland haben im 19.Jh. einen wesentlichen Beitrag durch Innovationen für die Industriemacht Deutschland geleistet hat. Von der Salzgewinnung als ältester Betrieb seiner Art in Deutschland geprägt, war Schönebeck in der Zeit von 1850 bis 1920 einer der größten Salzproduzenten in Europa. 1792 wurde die erste Dampfmaschine für die Soleförderung in Betrieb genommen, eine der Ersten in Deutschland. Der Beginn der Industriegeschichte in der Region ist der Antrag des Apothekers Hermann an den preußischen König, die Abfälle der Saline (Pfannenstein, Mutterlauge, Dornenstein) für die Herstellung chemischer Erzeugnisse (Magnesia, Soda, Pottasche) zu verwenden und den Aufbau des Betriebes durch eine Subvention von 10000 Taler zu unterstützen. 1797 gilt als Gründungsjahr der ältesten chemischen Fabrik „Hermania“ in Deutschland, die heute noch in Schönebeck existiert. 1802 ist das Gründungsjahr des ältesten Soleheilbades in Deutschland in Schönebeck Bad Salzelmen. Der Knappschaftsarzt Dr. Tolberg hat die Heilwirkung der Sole besonders bei Hautkrankheiten begründet und auf die Atemwege erweitert (Inhalation). 1829 gründeten Sellier und Bellot die Zündhütchenfabrik in Schönebeck und nutzten die Salpetersäure der Hermania für ihren Zündstoff. Dieser Wirtschaftszweig hat heute noch eine Tradition in Schönebeck mit der Lapua GmbH. Die Fa. Siegel wurde 1868 in Schönebeck gegründet und befasste sich vorrangig mit Maschinenbau für die Binnenschiffe; Winden, und Schiffsantriebe waren dabei der Hauptanteil der Erzeugnisse. Anfang des 20.Jh. wurde der Versuch unternommen, in den Automobilbau einzusteigen. Mit dem Typ „Phaeton“ wurde ein hochinnovatives und seinerzeit modernstes Fahrzeug auf den Markt gebracht. Mit den Firmen Weltrad, Bohrverwaltung, Lackfabrik und Keramische Farben haben weitere innovative Firmen Ende des 19. Jh.  besondere Leistungen erbracht: z.B. das erste autogeschweißte Fahrrad der Welt, das patentierte Walzen der Hohlrohrverbindungen, der Weltrekord der Tiefbohrtechnik… Zwischen den Weltkriegen waren es die Betriebe Narag, Gummiwerk, Junkers-Werke Schönebeck, Schleuderbeton, Zementwerk Glöthe und Maisan Barby, die hochrangige  Neuerungen einführten. Nach 1945 haben die Betriebe Traktorenwerk, Niederschachtofenwerk später MLK Calbe, Sprengstoffwerk, Gummiwerk, Dieselmotorenwerk, Zementwerk Glöthe, Maizena Barby, Kraftfuttermischwerk, Saline bis 1967, Prowiko und andere zu einem wesentlichen Innovationsschub aus dieser Region beigetragen und fast 25.000 Industriearbeitsplätze gesichert. Auch nach 1990 sind eine Reihe von innovativen Leistungen in der Region zu verzeichnen, die wiederum aus den Arbeitsfeldern Chemie, Munition, Fahrzeugtechnik und Maschinenbau kamen und damit die Tradition der Innovationen aus Schönebeck fortsetzten.
Dr. phil. h. c. Karl Samuel Leberecht Hermann  Dr. Johann Wilhelm Tolberg Louis Sellier Jean Maria Nicolaus Bellot  Gottfried Hermann Feodor Siegel